Am Freitagabend ging es zusammen mit zwei deutschen Kollegen aus Bengalore heraus in Richtung Savandurga. Westlich von Bengalore. Hier liegen relativ große Granitmonolithen frei in der Landschaft. Der Savandurga ist sogar der größte Monolith in ganz Asien. Und diesen galt es zu besteigen!
Aber erstmal mussten wir mit einem Fahrer zum Resort, welches in der Nähe gelegen war. Durch den berüchtigten Bangalore Traffic kamen wir nach einer doch recht interessanten Fahrt erst um 21:00 an. Das Resort bestand aus einem Hauptgebäude mit Restaurant und kleinen einzelnstehenden Bungalows. Während wir auf unser Essen für den Abend warteten, haben sich im Palmenhain neben der Dachterrasse die Brahmanenkäuzchen angepöbelt. Da das Besteigen des Felsen im Voraus online reserviert werden musste, die Website aber bei keinem von uns funktioniert hatte entschlossen wir uns auch pünktlich um 6:30 am Startpunkt zu sein. Der Gastgeber versprach mitzukommen, weil er die Genehmigung hatte uns zu führen. Also schnell ins Bett und das meiste an Schlaf aus der Nacht holen was ging. Die Geräusche waren gänzlich anders als in der Stadt: Hier haben die Grillen und Zikaden für den Schalldruck gesorgt und weniger die Hupen des Verkehrs.


Am nächsten Morgen waren dann auch alle recht pünktlich am Start, abgesehen vom Fahrer, den wir gesucht haben, bis er auf der Rückbank des Autos gefunden wurde. Nach einer kurzen Fahrt standen wir am Tempel und am Ausgangspunkt der Wanderung. Der Berggipfel war noch in die niedrige Bewölkung gehüllt, aber leider war am Kassenhäuschen niemand zu sehen. Auf Nachfragen konnte uns unser Führer leider nur berichten, dass das Wandergebiet wegen Sichtungen von Geparden bis auf weiteres geschlossen sei. Und um das Tor gab es auch kein Drum Herumkommen. Der Herbergsvater bot uns an den „Hausberg“ direkt am Hotel zu besteigen und dann zum Frühstück wieder am Hotel zu sein. Also wieder den Fahrer geweckt und zurück zum Resort. Dort ging es dann über den nackten Granit auf die Anhöhe und wir konnten die Aussicht auf den Savandurga genießen.



Auf dem Weg wieder zurück hatte ich das große Glück ein paar Pflanzen zu finden auf die ich tatsächlich schon eine ganze Weile gehofft hatte, aber die Hoffnung eigentlich auch schon wieder an den Nagel gehangen hatte: Drosera burmannii. Diese sehr kleinen Vertreter des Sonnentaus wachsen hier während der Monsunzeit auf den nährstoffarmen Flächen der Granitfelsen. Sie sind nicht größer als eine Fünf-Cent-Münze aber leuchtend rot. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet diese Pflanzen zu finden, denn hier in der Nähe ist es ungewöhnlich trocken und heiß. Aber scheinbar haben die Berge westlich der Stadt ausreichend Regen abbekommen.



Nach dem Frühstück ging es dann nur noch zurück in die Stadt – durch den gleichen Verkehr, durch den wir auch schon rausgefahren waren. Zum Abendessen ging es in eine weitere Rooftop-Brewery… Leider war die Aussicht deutlich besser als das Bier…
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