Am Freitagabend ging es los – ich hatte mir ein Überlandtaxi gebucht um mich von Bangalore in das circa 130km entfernte Mysore zu bringen. Es war Aschura und die Moscheen waren mit Fähnchen geschmückt. Es ging dann relativ entspannt durch Palmenplantagen und Felder. Vorbei an den ersten Ghats (freistehende durch Vulkanismus und spätere Erosion sehr alte Hügel) und kleinen Herden (oder Schwärmen) von Pfauen ging es in die deutlich kleinere Millionenstadt. Kurz vorher wurde die dreispurige Autobahn auf eine Spur heruntergeengt. Und irgendwie kann ich das Verhalten der Verkehrsteilnehmer nur so beschreiben: Nicht eine Spur von Aggressivität aber ungefähr eine Lautstärke eines Heavy-Metal-Konzerts. Es gab noch einen kleinen Schlenker durch die Stadt, vorbei an mit rosa Leuchteherzchen geschmückte Kutschen, dem beleuchteten Palast und einem Rummel. Aber ich bin danach nur ins Hotel und eine Kleinigkeit essen gewesen.

Denn am nächsten Morgen ging es für mich sehr früh an die „1000 Steps Footpath“ einer Pilgerroute auf die Chamundi Hills. Die Geräusche waren da schon deutlich anders: Vielstimmiges Vogelzwitschern und fernes Pfauengeschrei, kaum Gehupe. Die unregelmäßigen Stufen zwangen zu konzentriertem Gehen, obwohl sie durch das viele Rangoli-Pulver rotgefärbt waren. Auf dem Weg nach oben mussten angeblich 1002 dieser Stufen begangen werden – an der 394ten lag ein Geocache. Es ging vorbei an einer großen Nandi-Statue. Nandi ist in der hinduistischen Mythologie ein Stier und das heilige Reittier des Gottes Shiva.




Ein paar der restlichen Stufen weiter oben kam man dann tatsächlich in niedrige Bewölkung. Bevor der Chamundi Tempel geöffnet war, hatten sich schon recht lange Schlangen gebildet und es drohte auch hier recht rummelig zu werden => Schnell weiter!


Ich umrundete den Chamundi-Hill auf einer Ringstraße, auf der nahezu kein Verkehr lag. Und auch kaum Besucher unterwegs waren. So konnte ich versuchen die hier reichhaltige Vogel- und Pflanzenwelt zu fotografieren, mit mäßigem Erfolg:











Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es für mich weiter zu den Brindavan-Gardens, eine in den 1930ern hinter einer Staumauer errichteten Gartenanlage. Der Garten mit all den Wasserspielen war schon sehr nett – aber noch interessanter fand ich die Backwaters des aufgestauten Kaveri-Rivers. Dann ging es noch zu einem Geocache eines Buchholzer Geocachers der hier vor einem Jahr war. Im Anschluss wollte ich den Venugopala Swamy Tempel besichtigen – einen Tempel, der vom Dammbau betroffen war und Stein für Stein wieder am Rande des Sees aufgebaut wurde. Wie ein guter Tourist habe ich mir brav alles Schilder durchgelesen und auch die drei Regeln beachtet: Keine Haustiere mitbringen (Kater ist ja auch zu Hause), keinen Alkohol trinken (war ohnehin zu warm) und sich ruhig verhalten (ich bin norddeutsch) – Auf dem Weg zum Tempel wurde ich allerdings von einem Mann mit Megaphon und langem Zeigestab aus der Menge der anderen Besucher herausgepickt. Zum Glück konnte mir dann einer der anderen Besucher auf Englisch erklären, dass auch die Platten auf dem Weg zum Tempel heiliger Bereich seien und ich meine Schuhe doch ausziehen möge. Nun gut – nachdem die Wanderstiefel in den Shoerack gestellt waren, sockte ich den Weg noch einmal zurück und ließ mich durch den weißen Tempel schieben.












Danach ging es zurück nach Mysore in die lokale Craftbierbrauerei um den Tag ausklingen zu lassen.

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