14/06/26 – Ankunft und erster Tag

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Gelandet ist die Lufthansamaschine pünktlich um kurz nach 0:00. Schon während des Fluges wurden Fragebögen des indischen Gesundheitsministeriums verteilt, die etwaige Kontakte in die derzeit von Ebola betroffenen Gebiete aufnahmen und die Kontaktnummern. – dann ging es zur „Migration & Visa Control“ – Schlange stehen, Fingerabdrücke abgeben und Reisepass stempeln lassen. Koffer einsammeln, 50€ in bar eintauschen lassen und dann den Fahrer suchen. Das klappte wirklich recht problemlos, sodass wir schon um 1:30 zum Auto gingen. Klassiker: Erstmal bei einem Rechtslenker auf der falschen Seite einsteigen. 🙂

Schon die Fahrt vom Flughafen in die Stadt war ein kleines Abenteuer für sich: Ein ewig hupendes Gewusel aus Motorrädern, Tuk-tuks, Mofas, Bussen, PKW und LKWs… Manche so beleuchtet wie ein amerikanischer Weihnachtsbaum, andere dezent komplett ohne Licht. Und wenn mein Fahrer auf der Autobahn hupend auf der rechten Seite ein anderes Auto aus dem Weg komplimentiert, dann war zwischen den Autos immer noch Platz für eine überholende Mofa.

 

Das komische Gefühl des Ungewohnten, welchen einen beschleicht, wenn man in ein Land mit Linksverkehr reist, fiel und fällt hier kaum ins Gewicht.

Auch, dass ich mit dem Fahrer ein paar Verständigungsprobleme hatte, wunderte mich ein wenig. Eigentlich sollte Englisch doch weit verbreitet sein. Wir fuhren erst einmal ins Büro, wo ich den Schlüssel zum Apartment abholen sollte. Der Nachtwächter hatte davon leider auch nichts gehört und auch hier war die Verständigung nur so semi. Aber irgendwann ein paar Telefonate später hatte ich auch den und glücklicher Weise ein Paket mit Flaschenwasser. Das gröbste fertig gemacht und um 03:00 ins Bett geschlüpft. Um 4:00 noch einmal vom Asienkoel geweckt worden – einer asiatischen Kuckucks-Art.

(Das am Ende ist der Asienkoel)

Irgendwann so ab 8:00 war ich dann wach. Habe unter der Dusche festgestellt, dass Warmwasser nur optional ist, hab mich mit dem Flaschenwasser und der Zahnbürste arrangiert und war bereit für den Tag. Erst die Wohnung erkundet, den Koffer entleert und weil manche grundlegenden Dinge wie Toilettenpapier und Handtuch fehlten sollte es in die „Church Street“ – einer Einkaufsstraße in der direkten Nähe gehen. Beim Frühstück mit einem Kaffee ergab ein Blick auf die Karte: Sowas wie Supermärkte gab es eigentlich nur einen.

Den hatte ich dann auch angesteuert und festgestellt, dass es nur ein bisschen größerer Kiosk ist. Toilettenpapier und Pulverkaffee habe ich bekommen, aber Antimück oder ein Handtuch waren dort nicht zu kaufen.

Eine Kollegin, die im letzten Jahr hier war hatte mir schon diversen Lieferapps empfohlen, wie Swaggy oder Zepto. Das Problem nur: Für den letzten Schritt der Registrierung war eine indische Telefonnummer von Nöten. Eine andere sehr wichtige App ist Uber, denn die Stadt ist nicht gerade für ihre Fußgängerfreundlichkeit bekannt. Mit Uber bin ich nachmittags in den Lalbagh-Park gefahren, einem der botanischen Gärten Bengalurus. Der Park war wirklich nett, ein angebundener Pflanzenmarkt verkaufte Blumen und Saatgut, es gab Leberwurstbäume, Brotfruchtbäume und die allgegenwärtigen Mangos und Tamarinden. Eins meiner Ziele war die offenliegende Granitstruktur, der Gneiss der indischen Halbinsel (aus Gründen 😉 ) – beim umherstreifen durch den Park fand ich noch einen „Honigbienenbaum“ an dessen Ästen die Waben der Honigbienen offen herumhingen. Während die Honigbienen in unseren Breiten Baumhöhlen oder eben in Beuten wohnen um im Winter durch die Körperwärme des Volkes zu überleben brauchen die Bienen das hier nicht: Einfach an die Äste hängen reicht scheinbar.

 

Der Lalbagh-Park
Ein Streifenhörnchen kurz vorm Motz-Anfall
Knol-Khol
Die Bienenwaben am Baum
Rosenmarkt
Ein Leberwurstbaum voll mit Leberwürsten

Da Gewitterwolken im Anzug waren bin ich dann mit einem Uber wieder zurück ins Apartment gefahren und hab noch ein bisschen auf dem Balkon gesessen und hab dem Regen zugeschaut.

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